Janusz Lewandowski (1938 - 2022)
Künstlerbiographie
Ohne Zweifel gehört Janusz Lewandowski zu solch großen polnischen Künstlern wie Axentowicz, Weiss, Malczewski oder Pienkowski.
Seine Werke, geschaffen in der naturgetreuen Konvention sind sehr schwierig zu definieren oder zu beschreiben.
Er arbeitet stets mit einer dezenten Farbtonpalette, setzt den Inhalt symbolisch um, begrenzt sich auf ein Minimum der Kompositionselemente. Seine Malerei trägt etwas geheimnisvolles, was dem Betrachter nicht erlaubt, gleichgültig an ihr vorbei zu gehen. Seine Bilder strömen, wie auch der Symbolismus selbst, Romantik aus.
Geboren im Jahre 1938 in Murzynow (Polen).
Studium an der Kunstakademie in Warschau bei Professor Artur Nacht - Samborski. Diplom im Jahre 1964. Arbeitsschwerpunkt: Ölmalerei auf Leinwand.
In seinen Bildern knüpft Janusz Lewandowski an die polnische Kunst der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts an. Von den Kunstlern dieser Periode übernahm er eine Motivgruppe und die Methode der Bildgestaltung.
Er schuf jedoch seine eigene Malerwelt mit den Gestalten beschämter Dorfjungen, die von den Mädchen in die Versuchung geführt werden, rothaariger Frauen mit der Schamröte auf den blassen Wangen, apathischer alten Männer. Unter dem ausgedehnten Himmelsgewölbe erstrecken sich leere Felder, ragen einsame nackte Weidenstämme mit den Kokons der Vogelneste, Distelbüschel, daneben krumme Zäune, aufgeplusterte Truthähne oder streitbare Hähne. Lewandowski führt sein Dialog mit der Natur, mit der Kunst, mit eigener Geschichte. Die Natur erscheint dabei auf den Bildern von Lewandowski als ein unerkanntes, manchmal bedrohliches Gebilde.
Kunstkritiker unterstreichen die Unfassbarkeit der Malerei von Janusz Lewandowski, die Schwierigkeit, sie zu bestimmen, definieren oder beschreiben, obwohl er im realistischen Stil malt. In seiner Schöpfung wird man mit Geheimnissen konfrontiert, die den Betrachter dazu zwingen, mehrmals über fast jedes Bild nachzudenken, in seine Substanz zu versinken, nach dem Sinn zu suchen, wiederholt das Bild oder ein nicht endgültig bestimmtes, nicht deutlich ausgedrücktes, ungreifbares, imaginäres Fragment irgendeiner realen oder geträumten Handlung, zu analysieren.
Dies alles wird mit gleichbleibender Skala von Farbstichen in aschgrau, bläulich, goldgelb, rosa, braun und schwarz ausgedrückt
Bei der perfekten Beherrschung der Werkstatt, werden von Janusz Lewandowski den einzelnen Farben bestimmte, zum Teil symbolische Bedeutungen zugeordnet. Mit dem sichtbaren wird das unsichtbare, mit dem materiellen, unmaterielle, mit dem realen das imaginäre dargestellt.
Die polnische Landschaft als Motiv und Symbolismus als Ausdrucksweise sind Stützen seiner Malerei. Jedes einzelne Motiv, die Struktur der Landschaft oder sogar ein Windstoss, alles kann für ihn zum Symbol werden. Symbolismus ist von Natur aus romantisch und so sind auch die Bilder von Janusz Lewandowski.